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Der 18. Reichsfeuerwehrtag und seine Belege

Der 18. Reichsfeuerwehrtag fand vom 24.7.bis 29.7.1913 in Leipzig statt, die bis dahin größte Versammlung ihrer Art. Er war „ein Feuerwerk gelungener Veranstaltungen der Superlative“, kommentierten Zeitgenossen. Der deutsche Feuerwehrtag, die Zentralversammlung aller deutschen Feuerwehren, wird vom Deutschen Feuerwehrverband ausgerichtet. Der erste Feuerwehrtag wurde in Ulm 1854 veranstaltet. Grundlage dafür war der Beschluss einer „Versammlung aller Feuerwehren“ in Plochingen im Jahr 1853. Wissensaustausch und Vorträge zum aktuellen Stand der Technik aller Bereiche des Feuerwehrwesensstehen seit dieser Zeit im Mittelpunkt dieser Versammlung.

Ursprünglich sollte der 18. Feuerwehrtag erst 1914 in Danzig stattfinden. Der Leipziger Branddirektor Dr. Reddemann konnte aber 1912 den Hauptausschuss des deutschen Feuerwehrverbands überzeugen, den Feuerwehrtag um ein Jahr vorzuverlegen und zum zweiten Mal nach 1865 (6. Feuerwehrtag) in Leipzig stattfinden zu lassen. Dr. Reddemann blieb also nur ein Jahr, um dieses große Fest zu organisieren – seine Meisterleistung. Er wurde dafür vielfach geehrt. Weder Dr. Reddemann noch der Feuerwehrverband konnten ahnen, dass er 1914, wegen des ersten Weltkriegs nicht hätte stattfinden können. (Der weitere Lebensweg von Dr. Reddemann wurde durch seine Mitwirkung an der Entwicklung des Flammenwerfers überschattet, einem Missbrauch von Feuerwehrtechnik - darüber wurde schon in einem früheren Beitrag ausführlich berichtet).

 

Verbunden mit dem Feuerwehrtag war eine eindrucksvolle Ausstellung von bisher nicht bekanntem Ausmaß. Auf einer Fläche von etwa 42.000 m² wurden Feuerwehrgeräte mit einem Wert von etwa einer Million Goldmark gezeigt. Für Enthusiasten gilt diese Ausstellung deshalb als „Geburtsstunde“ der Traditions- Ausstellung „Der Rote Hahn“.

Großes Interesse fand eine öffentliche Brandprobe mit feuersicher getränktem Holz, das der technische Ausschuss des Feuerwehrverbands organisiert hatte und damit nachweisen konnte, dass entsprechend imprägniertes Holz weitgehend widerstandsfähig gegen Feuer ist – ein „Ja“ zum Holz am Bau.

Die schwierige Nachwuchsgewinnung war auch schon 1913 ein großes Thema

Besonders zu erwähnen ist der „Fest- und Huldigungsumzug“ von 20.000 Feuerwehrmännern aus Deutschland „von der Wasserkante bis zu den Gebirgstälern im Süden“ vor „seiner königlichen Hoheit Prinz Johann von Sachsen“ und die Abschlussübung vor der Leipziger Hauptfeuerwache.

Hauptanziehungspunkt dieses Feuerwehrtages war für viele Feuerwehrangehörige das neu entstandene Völkerschlachtdenkmal, eines der größten Denkmale Europas, das drei Monate später, am 18. Oktober, zum 100. Jahrestag der Völkerschlacht bei Leipzig, offiziell eingeweiht wurde und auf einigen Postkarten und Ganzsachen zum 18. Reichsfeuerwehrtag abgebildet ist.

Es wurden insgesamt drei Ganzsachenpostkarten und drei Umschlage mit Werteindruck Germania verausgabt 

Ganzsache mit Privatzudruck sowie Sonderstempel vom

18.Reichsfeuerwehrtag 1913 in Leipzig

 

Ganzsachenpostkarten mit Privatzudruck zum

18.Reichsfeuerwehrtag 1913

Werteindruck Germania 5 Pfg. grün

 

 

Ganzsachenumschlag mit privatem Zudruck,

Werteindruck Germania 10 Pfg.

Ganzsache in grün, braun und rot

 

Darüber hinaus wurden fünf offizielle, künstlerisch gestaltete „Festpostkarten“ zum18. Reichsfeuerwehrtag herausgegeben. Es sind keine Ganzsachen, da ohne Werteindruck.

Weitere Postkarten, zum Teil Photographien, z.B. vom Festumzug mit Huldigung vor dem Prinz von Sachsen sind im Umlauf.

 

Feldpostkarte 1

 

Feldpostkarte 2

 

Feldpostkarte 3

 

Feldpostkarte 4

 

Feldpostkarte 5

 

Quellen:

Deutsches Feuerwehrmuseum Fulda:

Ausstellung und Bericht über Dr. Reddemann;

Wikipedia, Internetrecherche, Katalog MAG,

Privatganzsachenkatalog Frech

Autor: Jürgen Schilde

 

Achtung! Der Autor sucht den Ganzsachenumschlag mit Privatzudruck (wie oben gezeigt, in grün und braun:

Angebote an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

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