Briefmarkenausstellung 1897

  

Briefmarken-Ausstellung der „Section Leipzig“Vom 20. September bis 4. Oktober 1897
Der Himmel war grau in grau gemalt und der Sturm peitschte den unablässig in Strömen niedergehenden Regen gegen die Scheiben, als am 20. September   d. J. programmgemäss die Briefmarken Ausstellung der „Section Leipzig“ in den Räumen der Gartenbau-Halle der Sächsisch-Thüringischen Industrie- und Gewerbe-Ausstellung eröffnet wurde. Mit Rücksicht auf die Ungunst der Witterung war von einer besonderen Eröffnungsfeier abgesehen worden, aber auch ohne diese konnte das Ausstellungs-Cmitè befriedigt das geschaffene Werk blicken. Die vorbereiteten Arbeiten hatten naturgemäss in den Händen der Leipziger Herren Schwaneberger, H. Blauhuth und Fischer-Brill gelegen; am Donnerstag, den 16. September war aber auch der Vorsitzende des Internationalen Philatelisten-Verteins Dresden, Herr Dr. jur. P. Kloss, herbeigeeilt, um thätig bei dem Aufbau der Ausstellungsobjekte mitzuwirken. Während der Vorsitzende der „Section Leipzig“ sich leider mit der Tarnkappe bedecken musste, waren die anderen Comitè-Mitglieder von Früh bis Abends am Platze, um die Arbeit der Zimmerleute zu überwachen und zu beschleunigen, die Glaser in ihrem schwierigen Werke zu unterstützen und den Tapezierern mit Ratschlägen und thätiger Beihülfe an die Hand zu gehen. Die Platzvertheilung lag in den Händen des Vereins-Vorsitzenden und klappte vortrefflich. Mehrere Leipziger Sections-Mitglieder waren wenngleich sie selbst nicht Aussteller waren, eifrig bemüht, die Aussteller bei der Aufmachung ihrer Cartons zu unterstützen und Dank der freundlichen Mitwirkung Aller war die Ausstellung am 20. September Vormittags 11 Uhr fix und fertig. Wohl ein seltener Fall bei einer Ausstellung! Die ausgestellten Objekte sind, mit Ausnahme der grössten Sammlung, auf einzelnen Cartons  angebracht, und diese wieder zu 9 und 12 in Gruppen vereinigt an den Seitenwänden, und auf besonders errichteten 10 Scheerwänden befestigt. Jede Cartongruppe ist mit einer Glastafel überdeckt, welche wieder durch Holzleisten festgehalten wird. Die Stellen, wo zwei Glastafeln zusammenstossen, sind mit Papier überklebt, so dass ein Verstauben dedr Ausstellungsobjekte vollständig ausgeschlossen ist. Treten wir in die Ausstellungs-Halle ein, so fallen uns sofort die Unmassen Wappen der Länder etc. der ganzen Erde in die Augen, welche der Ausstellung selbst ein überaus freundliches Colorit geben und die bei Fach-Ausstellungen leicht überhand nehmende Monotonie nicht aufkommen lassen. Beginnen wir nun unsere Wanderung durch die Ausstellung selbst, welche lieblich von Mitgliedern der „Section Leipzig“ beschickt ist, von denen nur vier ihren ständigen Wohnsitz nicht in Leipzig haben. Wenn wir den Verkaufsstand für Ausstellungspostkarten, an welchem besonders die ad hoc geschaffenen Briefmarken-Ausstellungs-Karten reissenden Absatz finden, passiert haben, so kommen wir zu der Sammlung des Herrn von Mutzenbacher (930). Dieselbe ist in gebundenen Alben untergebracht und es können deshalb tagsüber nur sechs Bände unter Glas und Rahmen aufgelegt werden. Es sind natürlich immer interessante Seiten aufgeschlagen; birgt doch die grossartige Sammlung alle Marken, zum Theil auch auf Brief, welche bisher zur Ausgabe gelangt sind, lediglich mit Ausnahme der beiden Mauritius Post-Office. Was will aber dieses kleine Manco gegenüber den sonstigen Schätzen sagen, von denen wir nur folgende, zum grössten Theil in mehreren Exemplaren vorhandene, nennen wollen: (Hier endet leider diese schöne Beschreibung der Ausstellung.)