Information vom Vereinstag am 14.2.2013

„Von der Postgeschichte zur Heimatgeschichte“

Im Rahmen der für diesen Abend vorgesehenen Präsentation interessanter Belege, informierte unser Sammlerfreund Rüdiger Hoffmann uns über sein neues Sammelgebiet - Papierne Zeugnisse (Briefe, Urkunden, Bilder) zur Pegauer Stadtgeschichte -

Die von ihm gezeigten Belege aus dem Zeitraum zwischen etwa 1500 – 1750 trugen zwar weder Briefmarken noch Poststempel, dokumentierten aber in beeindruckender Art Episoden aus der Pegauer Stadtgeschichte. Neben einem Brief an den letzten Abt des Pegauer Klosters sahen sahen wir Briefwechsel zwischen den sächsischen Herzögen Georg und August und dem Rat zu Pegau aus dem 16. Jahrhundert, Interessantes aus dem Wirtschaftsleben (u.a. mehrere Gesellenbriefe) und Vieles aus dem Leben der Familie Auerbach. Johann Moritz Auerbach (1661-1721) war Materialist (Kaufmann), Rathsmann, Apotheker und Postverwalter; er war 3x verheiratet und ließ die alte Pegauer Apotheke erbauen, in deren Tür sich im Oberteil als Steinmetzarbeit ein reitender Postillion befindet. Sein Sohn Johann Moritz studierte Medizin und wirkte als Amts- und Stadtphysikus in Pegau. Sein Sohn Christian Gottlob führte ab 1768 nach dem Tod seiner Mutter die Apotheke weiter. Als besonders schwierig erwiesen sich bei den gezeigten Belegen die alten Handschriften, die nur teilweise interpretiert werden konnten.

Im Folgenden sind einige der im Vortrag gezeigten Belege abgebildet:

Brief von August(us), Herzog zu Sachsen und Churfürst (1526-1586) vom 31.7.1581 an den Rat zu Pegau

 

Brief aus Dresden von Friedrich August,

Herzog zu Sachsen, Jülich, Cleve, Berg, Engern und Westphalen, Churfürst, vom 20.Juni 1788 an den Rat und Amtmann Gottlob Hänel in Pegau.

  

Friedrich August III., der Gerechte, war von 1763 – 1806 sächsischer Herzog und Kurfürst und ab 1806 als Friedrich August I. erster sächsischer König. Er ist ein Urenkel von August dem Starken.

Gesiegelter Brief aus Dresden (mit Rötel-Strich) vom 24.11.1709 an Johann Moritz Auerbach

(Wahrscheinlich) Notizen vom Postverwalter Johann Moritz Auerbach aus einem „Postbuch“ aus den Jahren 1716 – 1717 - 1720

Rechnung und Quittung vom 2. März 1772 für das Anlegen des Grabes für Dr. (Johann Moritz) Auerbach vom Maurer-Meister Christian Ephraim Müller aus Pegau